Abfüllung des Jahrgangs 2025
Schon wieder geht’s Richtung Cancellara. Unglaublich wie die Zeit verfliegt… Ich weiss nicht, ob es euch auch so geht, aber rückblickend habe ich immer das Gefühl die Zeit verfliege im Eiltempo. Dabei ist seit der letzten Angeli Post so viel passiert…
Am Freitag, 13. März besteigen wir frühmorgens den Zug in St. Gallen, der uns über Mailand nach Napoli bringen wird. Begleitet werde ich von Fabienne. Marktgänger:Innen kennen sie vielleicht von den Samstagseinsätzen, die sie am Angeli Stand leistet, wenn ich einmal abwesend bin. Auch am Weihnachtsmarkt trifft man Fabienne oft am Angeli Stand an. Etwa an einem Drittel der Markttage begrüsst sie dort unsere Kunden und berät sie fachkundig.
Dieses Mal steht uns ein langer Reisetag bevor. Zum ersten Mal fahren wir noch am gleichen Tag von Napoli nach Cancellara. Um uns zu stärken, gönnen wir uns am späten Nachmittag, nach der Ankunft in Napoli, den obligaten Cafè Italiano mit einer Sfogliatelle… Einfach köstlich 😊
Um 19.30 Uhr treffen wir, müde aber zufrieden und dankbar, dass alles gut gegangen ist, im B&B in Cancellara an. Bei einer leckeren Pasta fatta in casa lassen wir den anstrengenden Tag im Ristorante in Cancellara ausklingen.
Am Samstagmorgen treffen wir uns um 08.30 Uhr zum traditionellen Morgen-Cafè in der Bar. Wir werden von Pietro, Papà und ihren Freunden herzlich begrüsst. Frisch gestärkt geht es anschliessend in die Ölmühle, wo wir zuerst die Angeli Berg-Olivenöle des Jahrgangs 2025 noch einmal degustieren. Ich habe grosse Freude an diesem Jahrgang. Die Laborwerte, unter anderem die freie Fettsäure und der Polyphenolgehalt sind einmal mehr auf einem Topniveau. Geschmacklich überzeugen die Olivenöle mit einer frischen, grünen Aromatik und gut eingebundener Bitterkeit, die sich einmal etwas präsenter (FORTE, UNICO) und einmal etwas dezenter (DOLCE) zeigt. Durch den durchwegs hohen Polyphenolgehalt hat auch das DOLCE dieses Jahr bereits eine etwas präsentere Schärfe im Abgang als das in anderen Jahrgängen der Fall war. Aber Angeli Berg-Olivenölgeniesser:Innen wissen ja bereits: das Kratzen am Hals (ausgelöst von den Polyphenolen) ist ein Qualitätsmerkmal und verleiht dem Angeli Berg-Olivenöl Charakter. Nachdem wir uns von der Qualität der Angeli Berg-Olivenöle vergewissert haben, machen wir uns umgehend an die Abfüllung. Dabei handelt es sich um einen komplett manuellen Prozess. Zuerst werden jeweils 4 Flaschen gleichzeitig in die Abfüllmaschine gestellt. Das Olivenöl fliesst bis zum definierten Füllstand in die Flaschen. Diese werden dann aus der Abfüllmaschine genommen und auf einem nahe stehenden Tisch aufgereiht. Dort werden die Deckel lose auf den Flaschenhals gelegt, die Flaschen werden dann wieder von diesem Tisch genommen und manuell in die Maschine gestellt, in welcher der Deckel aufgepresst wird. Von hier wird die Flasche auf eine kleine Maschine direkt daneben gelegt, in welcher die Angeli-Etikette angebracht wird. Die fertig etikettierte Flasche wird dann von dieser Maschine genommen und in den Karton verpackt. Wenn ein Karton voll ist, wird er verschlossen und auf die Palette gepackt. Da wir zu wenige Personen sind um den ganzen Prozess in einem Fluss abzuwickeln, wird der Prozess in verschiedene Zwischenschritte aufgeteilt. Aufwändig – und genau deshalb bin ich jeweils für diesen Prozess bei Pietro und seiner Familie, damit ich unterstützen kann.
Am Sonntag ist Familientag in Süditalien. Daher machen Fabienne und ich einen Ausflug nach Matera, wo wir bei wechselhaftem Wetter einen gemütlichen Tag verbringen und das Flair dieser speziellen Stadt auf uns wirken lassen. Selbstverständlich darf die Gelato von „i vizi degli Angeli“ (die Laster der Engel) auf der Piazza nicht fehlen – also bei diesen superfeinen Gelati haben wir Verständnis für die Laster der Engel (Angeli)…. 😉
Am Montag geht es dann mit Abfüllen weiter. Am Nachmittag treffen wir uns mit Pino, wo wir einige potentielle neue Produkte degustieren – aber dazu dann zu einem späteren Zeitpunkt mehr… Pino und sein Bruder zeigen Fabienne stolz ihr kleines Labor (Produktionsstätte). Es macht Freude, die Passion der Beiden für ausserordentliche Produkte zu spüren.
Nicht zuletzt wegen der Hilfe von Fabienne kommen wir sehr schnell voran und bereits am Dienstag haben wir alles abgefüllt und können die Paletten für den Transport fertig machen. Fabienne und ich nutzen die freie Zeit am Nachmittag für einen kleinen Spaziergang durch Cancellara und gönnen uns noch etwas Ruhe.
Auf den Erntereisen im Oktober 2024 und 2025 halfen wir jeweils bei Nicola in Oppido. Nicola hat mich beide Male zu sich auf seinen Landsitz zum Nachtessen eingeladen, aber leider hatten wir bis dato nie die Möglichkeit gehabt diese Einladung einzulösen. Dieses Mal hat Pietro die Einladung bereits weit im Voraus geplant…. und wie….
Abends treffen wir uns also bei Nicola, wo bereits ein Lamm auf dem Grill am Brutzeln ist. Papà Donato ist der Grillchef. Nicola seinerseits hat verschiedene Platten vorbereitet mit Käse, Salsiccia, Frittata und einen Topf mit einer Spezialität aus der Region, pane cotta. Ein Eintopf aus „altem“ Brot mit Kartoffeln und Tomaten. Eine „arme Leute“ Speise aus alten Tagen, die in der Basilikata noch heute gerne bei Festen aufgetischt wird und jede Familie ihr eigenes Rezept dafür hat. Ich kann euch sagen, einfach lecker und eine Superidee zur Verwertung von etwas in die Tage gekommenem Brot.
An diesem Abend kommen auch einige der Freunde von Pietro aus Cancellara. Ein unglaublich gemütlicher Abend bei feinem Essen, selbstgemachtem Wein und das in Gesellschaft von lieben Freunden. Ein Erlebnis, das ich mit Worten nicht beschreiben kann.
Da unsere Arbeit bereits erledigt ist, verabschieden wir uns bereits am Mittwoch nach dem cafè al bar von Pietro, seiner Familie und Freunden. Auf dem Weg nach Napoli machen wir einen kurzen Abstecher nach Maratea. Maratea liegt am Tyrrhenischen Meer und ist ein u.a. bei Napolitanern beliebter Ferienort. In dieser Zeit ist der Ort jedoch wie ausgestorben… Wir machen einen Spaziergang durch das kleine Dorf und gönnen uns einen Besuch am Meer wo wir einfach die Seele baumeln lassen und die Weite des Meeres auf uns wirken lassen. Im späteren Nachmittag fahren wir nach Napoli, geben unser Mietauto ab und gönnen uns einen gemütlichen Abend im Gewusel von Napoli.
Durch die effiziente Arbeit in Cancellara haben wir einen freien Tag in Napoli gewonnen. Diesen nutzen wir für einen Besuch der Ausgrabungen in Pompeji. So etwas Beeindruckendes haben wir beide noch selten gesehen… Eine ganze Stadt aus einer lange vergangenen Zeit lässt sich hier mit seinen Strässchen, Gässchen und Gebäuden erleben. Das archäologisch relevante Gebiet von Pompeji erstreckt sich über etwa 66 ha wovon bisher ca. 45 ha freigelegt worden sind. Pompeji ist am 24. August im Jahre 79 n. Chr. bei einem plötzlichen Ausbruch des Vesuvs unter einem Ascheregen und Lava begraben worden. Den Besuch kann ich all jenen von euch, die einmal in der Region sind, nur empfehlen. Wir sind überwältigt…
Nach diesem eindrucksvollen Ausflug in die Vergangenheit dieser Region, geniessen wir einen ruhigen Abend in den Strassen von Napoli (also so ruhig wie es hier halt geht…).
Am Freitag reisen wir mit vielen neuen Eindrücken und unvergesslichen Erlebnissen zurück nach St. Gallen.
Dieser Bericht ist ausschliesslich mit natürlicher Intelligenz verfasst 😊
























