Erntereise 2025
Am 16. Oktober war es wieder soweit. Zusammen mit meinem Freund, Andrea besteige ich frühmorgens den Zug in Richtung Italien. Nach einer ruhigen und angenehmen Reise kommen wir am späten Nachmittag in Napoli an, wo wir uns im für Napoli bekannten Getümmel einen gemütlichen Abend machen. Nach einem feinen Cappuccino und einer knusprigen Sfogliatella geht es am nächsten Morgen mit dem Mietauto nach Cancellara. Dort angekommen machen wir umgehend die erste Degustationsrunde. Pietro hat vor gut einer Woche begonnen Oliven zu verarbeiten. Dementsprechend hat er schon einige frische Olivenöle, mit denen wir uns einen ersten Überblick über die Qualität des Jahrgangs 2025 verschaffen. „Ottimo“ würden die Italiener sagen…. ausgezeichnet! Alle Olivenöle die wir degustierten, haben eine frische, grüne Aromatik und die Bitterkeit und Schärfe ist jeweils harmonisch eingebunden. Freude herrscht! Nach einem ausgiebigen Mittagessen bei Pietro zu Hause, geniessen wir den Rest des Nachmittags und kommen erst einmal so richtig in Cancellara an.
Nach dem morgendlichen „Cafè al bar“ degustieren wir noch einmal verschiedene Olivenöle. Ich entscheide mich umgehend für eines der Olivenöle, das ich als unser NUOVO 2025 abfüllen möchte. Während ich mich nach Matera aufmache, um mich mit meinen Musikfreunden Iris und Mario mit PartnerIn zu treffen, fangen Pietro und Andrea an, das NUOVO 2025 abzufüllen. Nach einem feinen Mittagessen in den Sassi von Matera erkunde ich mit meinen Freunden diese Höhlenstadt und wir lassen uns bei schönem Wetter einfach durch die Gassen treiben. Nach einem kurzen Besuch in der Ölmühle, wo meine Freunde Pietro und Andrea kennenlernen, ist es schon bald wieder Zeit für das Nachtessen. Gutes Essen ist in (Süd-) Italien zentral…. und so ist es auch für mich 😊.
Am Sonntagmorgen mache ich mit meinen Gästen einen Spaziergang durch Cancellara. Regelmässige Leser meiner Reiseberichte wissen bereits, dass Cancellara ein kleines Dorf mit einer sehr alten Bausubstanz ist. Viel Spektakuläres gibt es hier nicht zu sehen, aber es ist trotzdem eindrücklich zu erleben, wie einfach diese Menschen hier leben und wie glücklich sie dabei sind. Danach geht es nach Oppido zur Olivenernte. Auf dem Weg dorthin haben Iris und Mario eine Reifenpanne an ihrem Mietauto. Leider hat es keinen Ersatzreifen im Auto… also stehen wir grad etwas hilflos da in der Prärie von Oppido… Ein Anruf bei Pietro bringt Abhilfe: er ruft den „Gommista“ Francesco an, der für uns auch am Sonntag das Übergwändli anzieht – da er jedoch noch eine Einladung zum Mittagessen hat, wie oben gesagt, Essen ist zentral hier, kann er erst am Nachmittag kommen. Das passt für uns super. Wir bringen das Pannenauto am Strassenrand in Sicherheit und gehen zu Nicola, wo wir uns im Olivenhain nützlich machen. Nicola gibt uns Kommandos was wir wann wie zu tun haben. Es macht allen Spass und einmal mehr sind alle beeindruckt wie viel Aufwand die Ernte der Oliven bedeutet. Alles Handarbeit. Baum um Baum wird abgeerntet. Auch hier darf natürlich das gemeinsame Mittagessen nicht fehlen… Wir setzen uns auf den Boden, Nicola verteilt superleckere Focacciasandwiches mit grilliertem Gemüse, eine Spezialität von hier. Dazu gibt es ein Glas Rotwein. Einfach schön! Meine Freunde staunen einmal mehr ob der unglaublich herzlichen Gastfreundschaft von den Menschen hier in der Basilikata. Nachdem wir diesen Hain fertig geerntet haben, lädt uns Nicola noch auf sein Land ein auf welchem eine alte romanische Villa steht. Die Villa mit Zisterne und Therme datiert zurück auf das Jahr 150 n. Chr.! Eine Nichte von Kaiser Nero habe hier gelebt, weiss Nicola zu erzählen… Wir sind beeindruckt. Nicola kommt ins Feuer und erzählt und erzählt…. Sein Stolz ist spürbar. Im späteren Nachmittag ist es Zeit für uns, uns wieder einmal unserem Pannenauto zu widmen. Eigentlich sollte sich das Mittagessen auch für Francesco langsam dem Ende zuneigen. Und prompt, auf dem Weg zurück zum Mietauto ruft Francesco an. Kurz danach trifft er beim „corpus delicti“ ein und nimmt einen Augenschein. Schnell ist klar, dass der Reifen irreparabel ist. Ein neuer muss drauf. Also fährt Francesco zurück nach Cancellara, zieht einen gebrauchten Reifen auf und kommt zurück, wo er diesen fachmännisch wieder montiert. Am Ende kostet dieser unglaubliche Sonntagsservice gerade mal EUR 90! Francesco ist dafür am Sonntag 2 Mal die Strecke Cancellara – Oppido und zurück gefahren (je ca. 40 Minuten) und hat einen, wohlverstanden alten, gebrauchten Reifen aufgezogen und montiert. Gerne bezahlen meine Freunde diesen sehr fairen Preis für einen ausserordentlichen Service.
Nach dem Kaffee in der Bar verabschieden wir uns am Montagmorgen von Iris und Mario und PartnerIn. Eine ereignisreiche Reise geht für sie zu Ende. Andrea und ich gehen hingegen in die Ölmühle und füllen unser NUOVO fertig ab. Ausserdem habe ich heute einiges zu besprechen mit Pietro. Im späten Nachmittag trifft Asmund mit seinem Freund Andreas in der Ölmühle ein. Asmund ist Pietro’s Kunde in Norwegen und spricht kein Italienisch. Daher kommt er gerne in der Zeit in der ich auch da bin, damit ich sprachlich etwas unterstützen kann, was ich sehr gerne mache.
Am Dienstag geht Andrea zusammen mit Asmund und Andreas zur Olivenernte nach Acerenza. Ich treffe mich hingegen mit Pino und seiner Nichte Esteranna, die mittlerweile ebenfalls im Geschäft mitarbeitet. Einmal mehr tischen sie mir neue Produkte zum Degustieren auf. Danach fahre ich nach Matera wo ich bei einem Lieferanten Geschenkverpackungen abhole. Nach einem gemütlichen Mittagessen in den Sassi fahre ich zurück in die Ölmühle. Da Pietro heute wieder in der Ölmühle gearbeitet hat, kann ich wieder frische Olivenöle degustieren. Unser Eindruck bestätigt sich – der Jahrgang 2025 macht wirklich Freude. Bis jetzt haben wir jedoch praktisch nur kräftige Öle mit einer gut spürbaren Schärfe degustiert. Ein DOLCE (mild – fruchtig) gibt es erst, wenn die etwas reiferen Oliven geerntet werden.
Unser Besuch neigt sich schon wieder dem Ende zu. Am Mittwoch lädt uns Rocco, ein Freund von Pietro, den wir jeweils beim Kaffee treffen, zu sich ein seinen Weinkeller zu besichtigen, wo der neue Jahrgang grad entsteht. Mit Stolz zeigt er uns den grossen Bottich wo der Wein für insgesamt ca. 15 Tage auf der Maische liegt, bevor der Wein abgezogen wird. Selbstverständlich müssen wir seinen Wein des letzten Jahrgangs probieren, worauf Andreas (aus Norwegen) fragt, ob er eine Flasche kaufen kann. Bezeichnend für die Menschen hier verneint Rocco und sagt, kaufen könne man seine Produkte nicht, aber er könne ihm gerne eine Flasche schenken – und das tun sie mit Freude und von Herzen. Nachdem wir in der Ölmühle die Paletten für die anstehende Lieferung fertig bereitgestellt haben, fahre ich mit Andrea los Richtung Pietrapertosa. Schon die Fahrt dorthin ist ein Erlebnis. Sie führt am Rande des Parco Gallipoli bergwärts. Pietrapertosa schmiegts sich beeindruckend an die Berge und ist teilweise an die Felsen gebaut. Oben angekommen eröffnet sich uns ein wunderbarer Ausblick über die hügelige Landschaft der Basilikata. Am Horizent lässt sich sogar die Küste vom Ionischen Meer erahnen...
Nach dem Erinnerungsfoto vom „club della colazione“ (Frühstücksclub) am Donnerstagmorgen, verabschieden wir uns von allen. In Potenza steigt Andrea aus. Er gönnt sich auf der Heimreise noch einen Ausflug nach Termoli. Ich hingegen fahre nach Napoli von wo aus ich am Freitag meine Zugreise nach Hause antrete. Auf der Zugfahrt lasse ich das Erlebte Revue passieren. Ich bin dankbar und erachte es als Privileg mit diesen lieben Menschen in der Basilikata befreundet zu sein!
Unser Reisebericht ist ohne künstliche Intelligenz (KI) geschrieben!





















